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Presseaussendung: Das „Scheinkind“ David (03.03.2008)

Das „Scheinkind“ David
Ehefrau eines Österreichers soll Aufenthaltsverbot wegen „Scheinehe“ bekommen.


Die Familie Skreta wandte sich in ihrer Fassungslosigkeit an Ehe ohne Grenzen.
Vor wenigen Tagen flatterte ihnen tatsächlich ein Schreiben der Fremdenpolizei ins Haus, in dem Joy Skreta mitgeteilt wird, dass die Behörde beabsichtigt gegen sie ein Aufenthaltsverbot zu verhängen.
Warum? Die Fremdenpolizei ist der Meinung: „Es besteht zwischen Ihnen und Ihrem Ehegatten niemals ein gemeinsames Familienleben und wurde durchgehend durch Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, ein solches der ha. Behörde vorzutäuschen“.

Fakten einer „Scheinehe“

Seit sechs Jahren sind Georg und Joy Skreta ein Paar und leben auch seitdem in einer gemeinsamen Wohnung. Am 16.4.2004 wurde im großen Rahmen geheiratet, über hundert Verwandte und FreundInnen feierten mit ihnen die Hochzeit. Über die Feier wurde in „the black voice“ auf einer Doppelseite mit vielen Fotos berichtet. Vor einem Jahr bekam das Paar sein erstes Kind David. Der stolze Papa Georg war bei der Geburt seines Sohnes dabei und hielt seiner Ehefrau die Hand. Vater Georg und Sohn David sind Österreicher. Mama Joy aus Nigeria ist seit Jahren rechtmäßig in Österreich niedergelassen.

„Erdrückende Indizien“

Die Familie wurde von der Fremdenpolizei mehrmals zu Hause überprüft, außerdem wurde sie zu einer fünfstündigen „Scheinehebefragung“ vorgeladen.
Die Verdachtsmomente: die beiden konnten sich nicht mehr übereinstimmend an alle Hochzeitsgeschenke erinnern, Frau Skreta konnte sich nicht mehr erinnern, wo der Gesangsauftritt ihrer Schwiegermutter zu Weihnachten stattfand und bei einer von mehreren Wohnungskontrollen wurden lediglich Mutter und Kind angetroffen.

Im Schreiben der Fremdenpolizei wurde der gemeinsame Sohn nicht erwähnt, obwohl er auch während der fünfstündigen Befragung anwesend war. Außerdem war die Polizei offensichtlich durch die anwesenden FreundInnen der Frau bei einer der Wohnungskontrollen so irritiert, dass sie die Wohnung nicht mehr näher betrachten konnte. Hätte sie das nämlich getan, dann hätte sie feststellen müssen, dass unübersehbar ist, dass hier eine Familie wohnt und überall Herrn Skretas Zeug herumliegt. Weiters wurden Nachbarinnen, die das Familienleben bestätigt hatten, nicht im Schreiben der Polizei erwähnt, obwohl sie dazu befragt worden waren und entsprechende Aussagen gemacht hatten.

Lächerlich und ärgerlich mit – unter Umständen – dramatischen Folgen

Wenn derartige Ermittlungen nicht so dramatische Folgen haben könnten, wäre das ganze eigentlich nur lächerlich und ärgerlich, findet Ehe ohne Grenzen. Durch seltsame Erhebungen und haarsträubende Unterstellungen wird versucht eine Familie zu zerstören. Die Mutter eines österreichischen Kindes soll mit einem Aufenthaltsverbot wegen Scheinehe belegt werden.
„Was kann dieser Familie noch passieren?“ fragt sich die Sprecherin von Ehe ohne Grenzen, Angela Magenheimer: „Will der Staat Frau Skreta den Aufenthaltstitel entziehen und sie mit ihrem österreichischen Sohn David abschieben?“
Familie Skreta wird eine Stellungnahme an die Fremdenpolizei übermitteln, in der sie ihr intaktes Familienleben bekräftigen und beweisen wird, was in Anbetracht eines gemeinsam umsorgten Kindes mehr als grotesk erscheint.

Schikanen ohne Ende

Wenn Georg Skreta Ehe ohne Grenzen gegenüber von „unglaublichen Schikanen“ spricht, können wir ihm nur recht geben. Wie weit muss ein Paar miteinander gehen, um den fremdenpolizeilichen Scheinkriterien für ein aufrechtes Familienleben zu entsprechen? Wohnungen werden durchschnüffelt, Nachbarn werden wie zu Zeiten des absolutistischen Regimes eines Metternich befragt und indirekt zur gegenseitigen Bespitzelung angeleitet, als könne ein durchschnittliches Familienleben den Rechtsstaat gefährden und als lebten wir in dieser Republik im Ausnahmezustand. Das alles muss sofort ein Ende haben: „Schluss mit den Schikanen gegen binationale Paare!“ fordert Ehe ohne Grenzen abermals und vehement.

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